Menü

Bergsolawi Calancatal ist ein Verein und angehende Genossenschaft, die Projekte der solidarischen Landwirtschaft realisiert.

Die Genossenschaft bezweckt die Umsetzung von solidarischer Landwirtschaft (Solawi) in den Bergen. Dazu organisiert sie die Konsumierenden im Verein/in der Genossenschaft und geht mit Landwirtschafts- sowie mit Verarbeitungsbetrieben Vereinbarungen ein.

Solidarische Landwirtschaft basiert auf der direkten Zusammenarbeit von Produzierenden und Konsumierenden. Dahinter stehen der Wille zu mehr Selbstbestimmung und Mitverantwortung bei der Nahrungsmittelproduktion und der Wunsch nach einer wirklich nachhaltigen Landwirtschaft.

Kontinuität und Verbindlichkeit

Die Vereinbarungen zwischen der Genossenschaft und den Betrieben der Landwirtschaft und Verarbeitung sind langfristig angelegt. Das soll den Planungsansprüchen für eine zukunftsfähige und nachhaltige Landwirtschaft und Verarbeitung entsprechen. Es ist von Anfang an klar, für wen produziert wird, die Vermarktung entfällt und die Nahrungsmittel kommen frisch und ohne Verluste bei den Konsumierenden an.

Kostendeckende Entschädigung statt Produktepreise

Solawi schafft die Produktepreise ab und finanziert direkt die Produktion und Verarbeitung: der Verein/die Genossenschaft als Konsumierenden-Organisation bezahlt den Produzierenden und Verarbeitenden Betriebsbeiträge oder kostendeckende Entschädigungen mit Mitverantwortung statt Produktepreise. Dies ermöglicht eine Risikoteilung, entlastet die Produzierenden und Verarbeitenden vom Preisdruck und sichert deren Einkommen.

Partizipation

Die Produktion und Verarbeitung werden von den Konsumierenden bzw. den Mitgliedern nicht nur finanziell mitgetragen. In Diskussion auf Augenhöhe beteiligen sie sich auch aktiv an der Entscheidung und Planung, was mit welchen Methoden und unter welchen ökonomischen Bedingungen produziert und verarbeitet werden soll. Ebenso arbeiten sie praktisch im Partnerbetrieb mit und, wo sinnvoll und nötig, helfen in den Produzierenden- sowie Verarbeitenden-Betrieben aus. Damit werden sie von Konsument*innen zu Prosument*innen.

Dieser Strauss an direkter persönlicher Partizipation fördert bei den Mitgliedern das Wissen über und die Wertschätzung für ihre Lebensmittel, die bäuerliche Arbeit, Boden, Pflanzen und Tiere, die Umwelt und Ökologie allgemein und Möglichkeiten demokratischer Wirtschaft.

Partnerbetrieb Agri Miadi

Der Betrieb von Sarah Hell und Curdin Barandun ist in Braggio im Calancatal angesiedelt. Auf gut 12 Hektaren betreiben sie hauptsächlich Ziegen- und Schafwirtschaft. Die Ziegen sömmern auf einer Alp auf der gegenüberliegenden Talseite. Weitere Produkte sind Käse, Frischkäse und Gemüse. Der Betrieb ist Bio-zertifiziert.

Neben der Ziegenwirtschaft, die besonders in den Bereichen der Vergandung, der CO₂-positiven Bewirtschaftung und der Biodiversität wirksam ist, trägt das Heuen zum korrekten Zeitpunkt auch abgelegener und schwer zugänglicher Wiesen substantiell zur Erhaltung der Artenvielfalt bei. Sarah und Curdin leben mit ihren zwei kleinen Kindern und einem Hütehund in Braggio.

Der Verein Bergsolawi Calancatal hat mit dem Betrieb eine langjährige Zusammenarbeitsvereinbarung mit Zielsetzungen über 5 Jahre abgeschlossen. Für 2026 sind wir 10 Vereinsmitglieder, für 2027 setzen wir uns das Ziel von rund 30 Genossenschafter*innen.